300 Sonntage, 300 Spaziergänge – und ans Aufhören ist offenbar noch lange nicht zu denken
Was während der Corona-Zeit als Protest gegen die damaligen Maßnahmen begann, ist in Steyr zu einer der langlebigsten regelmäßigen Protestaktionen geworden. Am kommenden Sonntag geht der Steyrer Spaziergang bereits zum 300. Mal über die Bühne.
Doch längst geht es den Organisatoren nicht mehr ausschließlich um Corona. Grundrechte, Neutralität, Medienkritik und vor allem Krieg und Frieden stehen mittlerweile im Mittelpunkt. Passend dazu lautet das Motto beim großen Jubiläum: „Warum Krieg statt Frieden?“
Einer, der den Steyrer Spaziergang von Beginn an begleitet und organisiert, ist Bernhard Schlager. Im großen RTV-Interview spricht er über 300 Sonntage auf der Straße, Kritik und Durchhaltewillen, über Momente, in denen er selbst ans Aufhören dachte – und darüber, warum für ihn beim 300. Spaziergang noch lange nicht Schluss ist.
Herr Schlager, 300 Steyrer Spaziergänge – haben sie am Anfang jemals damit gerechnet, dass diese Bewegung so lange durchhält?
Nein. Aber das war auch nie das Ziel, möglichst „VIELE“ Spaziergänge zu organisieren, um eine „hohe Zahl“ zu erreichen. Dass es bis heute 300 Spaziergänge geworden sind, liegt daran, dass Menschen, die ein starkes Bewusstsein für die brennenden Themen haben, regelmäßig, Sonntag für Sonntag, dafür auf die Straße gingen und weiterhin gehen. Es ist dieser Wille der „Spaziergänger“, positive Veränderungen zu bewirken und Unrecht aufzuzeigen, der die Bewegung „Steyrer Spaziergang“ so lange durchhalten ließ. Über die Jahre entwickelte sich außerdem ein kleines, aber eingeschworenes Organisationsteam, das sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam an einem Strang zieht.
Vom Protest gegen die Corona-Maßnahmen bis zum 300. Spaziergang: Was hat sich in diesen Jahren verändert – bei den Themen, aber auch bei den Menschen?
"Coronamaßnahmen", der Umgang der Politik und Medien mit kritischen Menschen, der offensichtliche Betrug und die Massentäuschung, Zwang, die Aushebelung der Grund und Freiheitsrechte und die bewusste Spaltung der Gesellschaft usw. hat die Menschen, die es schon damals erkennen konnten, auf die Straße gebracht um dagegen zu protestieren. Nun, diese menschenunwürdige "Coronamaßnahmenzeit" und ihre schwerwiegenden Folgen wurden ja bis heute nie aufgearbeitet. So gesehen ist der Anfangsimpuls noch immer der gleiche. Natürlich kamen Themen dazu, denn die Drahtzieher und Profiteure sind ja immer die selben, diesen Betrug, diese Lügen und menschenverachtende Politk findest du ja in vielen Bereichen, die skrupellosen Profiteure auch, ob bei "Corona", "CO2-Klimahysterie", "Digitalisierungszwang" oder brandgefährlich bei den aktuellen "Kriegvorbereitungen"... diese immergleichen "dahinterliegenden Steuerungen" - zum Schaden der Menschen, diese unfassbare Korruption in vielen Breichen aufzuzeigen, ist gleich geblieben. Es sind von Anfang bis jetzt sehr bewusste und standhafte Menschen bei den Spaziergängen.
Der 300. Spaziergang steht unter dem Motto „Warum Krieg statt Frieden?“. Warum habt ihr gerade dieses Thema für das Jubiläum gewählt?
"Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts". Dieser Satz bringt die Dringlichkeit des Themas auf den Punkt. Jeder vernunftbegabte Mensch wird den Frieden dem Krieg vorziehen. Niemand will Krieg. Und doch gibt es Akteure, insbesonders in der EU, die "Krieg" unbedingt wollen. Kriege werden inszeniert und geplant, von jenen, die davon profitieren und selbst nie hingehen müssen. Der Film von Wolfgang Sendlhofer "Warum Krieg statt Frieden" zeigt genau auf diese menschenfeindlichen Machteliten und zeigt anschaulich die "Motive", warum noch immer, und leider mehr denn je, Kriege gegen den Willen der Menschen geführt werden. Darum der Titel zum 300. Spaziergang.
Österreichs Neutralität und die Sorge vor einer weiteren Eskalation internationaler Konflikte beschäftigen euch schon länger. Was fordert ihr hier konkret von der österreichischen Politik?
Das ist in einem Satz zu beantworten: Die bedingungslose Einhaltung der immerwährenden Österreichischen Neutralität und diesen friedensstiftenden Schatz, den Österreich hier hat und der sich über 70 Jahre friedensvoll bewährt hat, auch auf politischer Ebene zu leben-PUNKT.
Wolfgang Sendlhofer, Martin Haditsch und Gerald Markel diskutieren beim Jubiläum am Steyrer Stadtplatz. Was erwartet die Besucher bei dieser Gesprächsrunde?
Ein Livegespräch von drei sehr bewussten Menschen, die der Wunsch vereint, Bewusstsein für die Hintergründe von Kriegen(wie Profitgier und Machtinteressen zulasten der Menschen) aufzuzeigen, damit die Lügen und Täuschungen der Machtgiereliten die noch unbewusste Masse nicht mehr "verführen" können. Wolfgang Sendlhofer ist der Regisseur des Film "Warum Krieg statt Frieden". Gerald Markel kommt auch im Film zu Wort. DDr. Martin Haditsch ist Friedensaktivist und führt als Moderator durch Wolfgang Sendlhofer's Dokus "Corona-Auf der Suche nach der Wahrheit" und "WHO-Auf der Suche nach der Wahrheit".
Diese Diskussion vor Ort in Steyr am kommenden Sonntag ist etwas Besonderes, ein Appell für Frieden und gegen den Krieg.
Kritiker werfen den Steyrer Spaziergängern seit Jahren vor, mit Zuspitzungen, Desinformation oder Verschwörungserzählungen zu arbeiten. Was entgegnen sie diesen Vorwürfen?
Das ist ja nichts Neues, dass Menschen, die sich mit der Wahrheit und dem Aufdecken von Missständen, Korruption und Lügen beschäftigen und dies auch öffentlich zeigen, von jenen, die etwas zu verbergen haben, diffamiert werden. „Desinformation“ oder „Verschwörungserzählungen“ sind solche bewusst aufgeladenen „Verteidigungsphrasen“ jener, die die Menschen weiterhin in Unwissenheit halten und belügen möchten.
Die gute Nachricht: Es gelingt ihnen bei immer weniger Menschen, und immer mehr erkennen, dass „Desinformation und Fake News“ beziehungsweise „Lügenerzählungen“ genau von jenen kommen, die diese Kampfbegriffe gegen bewusste Menschen mit Gewissen und Verstand einsetzen.
Vieles, was wir schon früh aufgezeigt und wovor wir gewarnt haben, hat sich leider erfüllt. Die Machenschaften und Pläne, die Zerstörung und die Schäden, die diese selbsternannten „Eliten“ anrichten, sind ja gar nicht mehr zu verstecken – egal, wie sehr jene es vertuschen möchten.
300 Spaziergänge bedeuten auch 300 Sonntage mit Organisation und persönlichem Einsatz. Gab es einen Moment, an dem sie gesagt haben: Jetzt reicht es, jetzt höre ich auf?
Ja, und es war mehr als nur einmal, aber auch das ist wahrscheinlich normal. Wenn du Korruption, Medienlügen oder 180-Grad-Verdrehungen der Realität seitens der Medien und der Politik hautnah mitbekommst, wenn du siehst, wie dreist und schamlos gelogen und betrogen wird und wie unbewusste, träge Menschen noch immer diesen Lügen und den „ach so guten Machtinstitutionen“, deren „ach so wohlwollenden Politmarionetten“ und den „sooo ehrlichen, unabhängigen Massenmedien“ glauben, dann kannst du schon einmal den Mut verlieren.
Wichtig ist, sich trotzdem nicht „ohnmächtig“ zu fühlen, wieder Kraft zu finden und weiterhin das zu tun, wozu dir dein Gewissen rät. Dann sieht man auch wieder die guten Ziele – und es geht weiter.
Beim 250. Spaziergang war euer Leitmotiv noch „Wir geben niemals auf“. Gilt das auch beim 300. – und wie lange soll es den Steyrer Spaziergang noch geben?
Die "Organisation einer Demonstration"- und der Steyrer Spaziergang ist eine "wöchentliche Demonstration" mit "Rechten und Pflichten", ist aus meiner Sicht eine "Dienstleistung",um den ordentlichen Rahmen des "Protests" zu gewährleisten. Ich bin davon überzeugt, dass nur ein friedlicher und konstanter Widerstand, der ernsthaft und in hoher Qualität die dringlichen Anliegen formuliert und notwendige Warnungen sichtbar macht, zum Erfolg führen wird - früher oder später. Solange genügend Menschen mit starkem Bewusst sein den "Steyrer Spaziergang" als Protestform nutzen, "nicht aufgeben" und gemeinsam Gesicht zeigen möchten, solange wird es auch den "Steyrer Spaziergang" geben - und genau darum gibt es ja jetzt den 300. Spaziergang- wegen den Menschen, die sich Sonntag für Sonntag versammeln. Aber selbst wenn es den "Spaziergang" einmal nicht mehr geben sollte, werden diese bewussten Menschen "niemals aufgeben" sich weiter für die Wahrheit, für Frieden, für Freiheit und den Erhalt der Grundrechte auf die eine oder andere Art einzusetzen - das ist eine Grundsatzeinstellung! Solange noch persönlich Kraft da ist, bin ich stolz und dankbar, Teil dieses freien und unabhängigen "Bürgerprotestes" sein zu können.