RTV von Debanking betroffen! Oberbank kündigt Konto – ohne Begründung

Diese Nachricht hätten wir Ihnen – und auch uns selbst – gerne erspart: Kurz vor unserer Sommerpause erreicht uns eine echte Hiobsbotschaft. Die Oberbank hat das Vereinskonto von RTV gekündigt. Eine Begründung dafür? Fehlanzeige!

Bis Mitte September bleibt unser Konto noch aktiv. Danach ist Schluss – und wir müssen uns eine neue Bankverbindung suchen.

Für uns ist das nicht nur ärgerlich. Der Vorgang wirft eine entscheidende Frage auf:

Warum kündigt eine Bank einem unabhängigen Medium das Konto, ohne ihm einen nachvollziehbaren Grund dafür zu nennen?

Eine Antwort darauf haben wir bislang nicht erhalten.

DEBANKING: Jetzt trifft es RTV!

Für einen Medienverein ist ein Bankkonto keine Nebensache. Darüber laufen Mitgliedsbeiträge, Unterstützungen und die Zahlungen, die für den täglichen Betrieb notwendig sind.

Wer einem Verein die Bankverbindung entzieht, schafft deshalb nicht einfach nur bürokratischen Aufwand. Eine solche Entscheidung kann massive Auswirkungen auf dessen Arbeit haben.

Und genau deshalb betrachten wir den Vorgang mit großer Sorge.

Unter dem Schlagwort „Debanking“ wird seit geraumer Zeit darüber diskutiert, dass Banken Geschäftsbeziehungen mit Personen, Vereinen, Unternehmen oder Organisationen beenden. Besonders sensibel wird die Sache, wenn Medien oder politisch aktive Organisationen betroffen sind. Nun hat es auch RTV getroffen.

NICOLAS SCHOTT: „DAS IST EIN FATALES SIGNAL!“

RTV-Chefredakteur Nicolas Schott übt deutliche Kritik an dem Vorgehen:

„Man muss sich schon fragen, wohin diese Entwicklung führen soll. Wir betreiben ein unabhängiges Medium, wir arbeiten, wir bezahlen unsere Rechnungen – und plötzlich wird unser Vereinskonto gekündigt, ohne dass uns ein nachvollziehbarer Grund dafür genannt wird. Das halte ich für ein fatales Signal.“

Für Schott geht es dabei um eine Frage, die weit über RTV hinausreicht.

„Banken und Zahlungsdienstleister stellen heute eine Infrastruktur bereit, ohne die praktisch kein Verein, kein Unternehmen und auch kein Medium arbeiten kann. Wenn der Zugang dazu plötzlich wegfällt, müssen die Betroffenen zumindest erfahren können, warum. Sonst entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass über wirtschaftliche Mittel Druck ausgeübt werden könnte.“

RTV Chefredakteur Nicolas Schott

WER ENTSCHEIDET, WER NOCH MITMACHEN DARF?

Genau hier liegt für uns der entscheidende Punkt.

Eine freie und vielfältige Medienlandschaft braucht nicht nur Presse- und Meinungsfreiheit auf dem Papier. Medien müssen auch praktisch arbeiten können.

Dazu gehören Räumlichkeiten, Technik, Mitarbeiter – und selbstverständlich ein funktionierender Zahlungsverkehr.

Wenn Medien oder Vereine ihre Bankverbindung verlieren, ohne dass die Gründe dafür nachvollziehbar sind, entsteht eine gefährliche Situation.

Denn dann lautet die Frage irgendwann nicht mehr nur:

„Was darf man sagen?“

Sondern:

„Wer bekommt überhaupt noch die wirtschaftlichen Möglichkeiten, seine Stimme hörbar zu machen?“

SCHOTT: „WIR LASSEN UNS NICHT EINSCHÜCHTERN!“

Für unseren Chefredakteur ist jedenfalls klar, dass RTV seinen Weg weitergehen wird.

„Wer glaubt, dass wir wegen einer Kontokündigung plötzlich verstummen, kennt RTV schlecht. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir werden eine neue Bankverbindung finden und unsere journalistische Arbeit selbstverständlich fortsetzen.“

Gleichzeitig fordert Schott mehr Transparenz:

„Wir stellen niemanden ohne Beweise an den Pranger. Aber wir verlangen Antworten. Wenn einem Sender das Konto gekündigt wird, ohne dass ihm die Gründe dafür nachvollziehbar mitgeteilt werden, dann darf und muss man kritische Fragen stellen.“

WIR MACHEN WEITER!

Natürlich trifft uns diese Nachricht. Und der Zeitpunkt unmittelbar vor unserer Sommerpause macht die Sache nicht angenehmer. Aber eines können wir Ihnen versprechen: RTV macht weiter. Wir kümmern uns bereits um eine neue Bankverbindung. Sobald diese feststeht, werden wir Sie selbstverständlich umgehend darüber informieren. Bis dahin möchten wir vor allem eines sagen: Danke für Ihre Unterstützung. Danke für Ihre Treue. Und danke an all jene, die unabhängige Medien nicht nur wichtig finden, sondern sie auch tatsächlich unterstützen. Gerade in Situationen wie dieser zeigt sich, welchen Wert eine starke Gemeinschaft hat.Eine Bank kann unser Konto kündigen. Unsere Stimme kündigen kann sie nicht.

Noch können wir unter dieser Bankverbindung unterstützt werden.

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