Ö3‑Hammer: FPÖ‑Song erobert die Top 40 Charts
Was als klassische Hitparade der Ö3 Austria Top 40 begann, wurde am Montagabend zu einem kleinen kulturpolitischen Ereignis: Der FPÖ‑Song „Immer vorwärts FPÖ“ von der John Otti Band feat. Herbert Kickl hat es auf Platz 20 geschafft — und wurde trotz medial hörbar gespannter Erwartung tatsächlich im öffentlich‑rechtlichen Radio gespielt.
Einige Mainstream‑Medien hatten im Vorfeld geradezu darauf gewettet, dass Ö3 den Titel nicht laufen lassen würde, obwohl er regelkonform in den Charts steht. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht: Die Sendung spielte den Song — wenn auch aus Redaktions‑Kompromissgründen nur kurz, aber dennoch öffentlich.
Warum der Song in den Charts steht — und gehört wurde
Dass ein freiheitlicher Song in den offiziellen Charts aufscheint, ist kein Zufall: Die FPÖ‑Anhänger und Musikfans haben den Song kräftig heruntergeladen und gestreamt — nach dem Motto „Ein Song. Ein Ziel. Ein Kickl.“ — und damit für eine Chartplatzierung gesorgt. Das ist ein Beleg dafür, dass politische Botschaften mit musikalischer Verpackung Menschen erreichen können, wenn sie auf Resonanz stoßen.
Dass ausgerechnet ein Titel mit stark patriotischer Ausrichtung zwischen internationalen Künstlern steht, zeigt zugleich: Charts sind demokratisch, nicht ideologisch. Wer abstimmt, bestimmt — über Klicks, Käufe und Streams.
Filzmaier: Analyse statt Empörung – Musik als Kommunikationsmittel
Und noch etwas wurde hörbar: Nach dem Song schaltete Ö3 den bekannten Polit‑ und Medienanalysten Peter Filzmaier zu Wort. Statt spontaner Medienkritik gab es ein überraschend sachliches Statement: Musik und Songs können als Wahlkampfmethode durchaus wertvoll sein, gerade weil sie Feeling‑Good‑Atmosphäre schaffen und Menschen emotional ansprechen.
Filzmaier wies darauf hin, dass politische oder gesellschaftliche Botschaften schon lange über Lieder transportiert werden und dass andere Parteien sich durchaus etwas davon abgucken könnten.
Dieses nüchterne, analytische Statement – und nicht empörte Abwehr – zeigt: selbst Mainstream‑Experten erkennen an, dass Musik politisch wirken kann, wenn sie im Volk Anklang findet.
Medien‑Hype vs. Realität
Die Ironie des Abends: Während manche Medien im Vorfeld mit Spannung und sogar einer Art Hoffen auf Nicht‑Spiel getitelt haben, spiegelt die Chartplatzierung und das kurze Airplay genau das wieder, was zählt — Popularität und Publikumserfolg.
Und selbst die anschließende Analyse durch Filzmaier machte eines klar: Der Song ist kein „Skandal“, sondern ein Ausdruck demokratischer Beteiligung — Musik wird gehört, wenn sie gehört werden will.
Ein freiheitlicher Song in den Ö3‑Charts — und anschließend eine sachliche Einordnung durch einen prominenten ORF‑Experten: Das ist kein Zufall, sondern ein Zeichen dafür, wie politische Kommunikation heute funktioniert. Nicht das Wunschdenken der Medien entscheidet, sondern die Resonanz der Zuhörer. Die Chart‑Platzierung ist deshalb nicht nur ein musikalischer Erfolg, sondern auch ein politisches Statement.